Die neue Elizabeth George! Der 22. Fall für Thomas Lynley und Barbara Havers
Ein Mord erschüttert das idyllische Cornwall - und eine erste Spur führt direkt zu Thomas Lynley ...
Als der angesehene Unternehmer Michael Lobb brutal ermordet aufgefunden wird, gerät die Gemeinde des malerischen Städtchens Trevellas in Aufruhr. Hat die grausame Tat etwas mit dem Bauvorhaben zu tun, das seit Monaten für Unruhe sorgt? Oder steckt Lobbs Familie dahinter? Lobbs wesentlich jüngere Frau Kayla, die ein beträchtliches Vermögen erbt, gerät schnell unter Verdacht. Doch dann führt eine unerwartete Spur zu Detective Thomas Lynley, der sich gemeinsam mit DS Barbara Havers sofort in die Ermittlungen einschaltet. Unversehens geraten sie in ein gefährliches Labyrinth aus Habgier, Betrug und Neid, in dem die Suche nach der Wahrheit schon bald ein nächstes Opfer fordert.
»Elizabeth George übertrifft alle!« The Wall Street Journal
»Kaum jemand schreibt bessere Kriminalromane als Elizabeth George.« NDR Kultur
»Elizabeth George ist ein Phänomen. Alle paar Jahre veröffentlicht die US-Amerikanerin einen akribisch recherchierten, meist bibeldicken Krimi, der so britisch ist, als wäre sie im Buckingham Palace aufgewachsen.« NDR Kultur
»Und wir sind begeistert, weil Altmeisterin George zweih andlungsstränge geschickt parallel laufen lässt.« Meins
»George setzt in Fall 22 der Lynley-Reihe weiter auf Bewährtes: auf psychologische Tiefe, detaillierte Milieuschilderung und behutsamen Spannungsaufbau.« Hörzu
»Elizabeth George belässt es nicht dabei, den Ermittlern auf die Finger zu schauen, sie lässt ihre Leser teilhaben am Leben der Protagonisten.« Westfalen-Blatt
»In ›Wer Zwietracht sät‹, lässt Elizabeth George ihr bewährtes Ermittlerduo in einem düsteren Krimi voll Spannung, Abgründe und Verstrickungen ermitteln.« Sindelfinger Zeitung
»Die Spannung dieses Krimis um einen ermordeten Unternehmer speist sich […] aus Elizabeth Georges soziologisch hyperpräzisem Blick und ihrem Gespür für mörderische Familiendynamiken.« Augsburger Allgemeine
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Leserstimme abgebenEine dieser Reihen, die man einfach nicht aufgibt
Von: MiriprobiertdieWelt Datum: 21. December 2025
Wenn es eine Krimireihe gibt, die meine Mutter und mich seit Jahren begleitet, dann sind es ganz klar die Bücher rund um Inspector Lynley und Barbara Havers von Elizabeth George. Wir sind seit Band eins dabei – und ja, inzwischen sind wir bei Band 22 angekommen. Allein das fühlt sich irgendwie verrückt an. Elizabeth George – Wer Zwietracht sät (Band 22) Ein Mord im eigentlich idyllischen Cornwall erschüttert die kleine Gemeinde Trevellas. Der angesehene Unternehmer Michael Lobb wird brutal getötet, und schnell wird klar: Hinter der hübschen Fassade brodelt es gewaltig. Ein umstrittenes Bauprojekt, familiäre Spannungen, eine deutlich jüngere Ehefrau mit neuem Vermögen – Verdächtige gibt es genug. Und dann führt eine Spur auch noch direkt zu Thomas Lynley selbst. Spätestens da war ich natürlich wieder voll dabei. Oder sagen wir: Ich wollte es sein. Denn der Einstieg hat mir ehrlich gesagt etwas Mühe gemacht. Es tauchen sehr viele Figuren auf, sehr viele Namen, sehr viele Nebenhandlungen – und Lynley und Havers lassen sich ziemlich lange Zeit, bis sie überhaupt auftreten. Und genau da liegt für mich der Knackpunkt: Ich lese diese Reihe wegen Lynley und Havers. Nicht wegen seitenlanger Ausflüge in das Drama diverser Nebenfiguren. Elizabeth George verliert sich hier für meinen Geschmack wieder zu sehr im Drumherum. Es gibt einfach zu viele Personen, zu viele Verwicklungen, die die Geschichte nicht voranbringen, sondern eher ausbremsen. Das kennen wir leider schon aus den letzten Bänden. Immer wieder saß ich da und dachte: Worum geht es jetzt eigentlich gerade? Positiv fand ich immerhin, dass gesellschaftspolitische Themen dieses Mal deutlich zurückhaltender eingebaut sind als zuletzt. Das tat der Geschichte gut. Trotzdem bleibt Lynley selbst erstaunlich blass. Er ist da, ja – aber eher am Rand. Lynley und Havers werden irgendwie zu Nebendarstellern und die gesamte Polizeiarbeit zu einer lieblos dargestellten Nebenhandlung degradiert. Zeitweise hatte ich den Eindruck, die Autorin habe sich nicht ganz entscheiden können, ob sie einen klassischen Kriminalroman oder ein psychologisches Familiendrama erzählen möchte. Dazu kommen Wiederholungen. Viele Gedanken, Konflikte und Beobachtungen werden mehrfach durchgekaut, teilweise sogar mit sehr ähnlichen Formulierungen. Das hat bei mir leider immer wieder Langeweile erzeugt – und das tut weh, wenn man diese Reihe eigentlich so liebt. Besonders enttäuschend fand ich die Auflösung. Schon relativ früh vor Schluss ist der Fall gelöst, ohne großen Knall, ohne Twist, ohne diesen typischen Aha-Moment. Nach so vielen Seiten hatte ich mir da deutlich mehr erhofft. Was mir ebenfalls fehlt: eine echte Entwicklung bei Barbara. Ihr Privatleben tritt weiterhin auf der Stelle, und ich hätte mir so sehr gewünscht, dass sich hier endlich etwas bewegt. Unterm Strich war ‚Wer Zwietracht sät’ für mich kein Highlight. Es war aber auch kein Totalausfall – und tatsächlich besser als einige der direkten Vorgänger. Trotzdem merkt man einfach, dass die Reihe ihre stärksten Zeiten hinter sich hat. Und doch: Ich werde weiterlesen. Weil Lynley und Havers für mich dazugehören. Weil ich hoffe, dass da noch einmal ein Band kommt, der mich wirklich packt. Und weil man alte Buchliebe eben nicht so leicht aufgibt. ⭐️⭐️⭐️ / 5 Solide, stellenweise zäh – aber als Fan der Reihe bleibe ich trotzdem dabei.
4,0 von 5 Sternen Spannender Lynley-Fall mit gewohnt starken Ermittlern
Von: Marigold Datum: 21. October 2025
Als großer Fan der Lynley-und-Havers-Reihe habe ich mich sehr auf den neuen Fall gefreut. Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer, da viele Namen und Nebenfiguren auftauchen und man etwas Zeit braucht, um sich zurechtzufinden. Auch Lynley und Barbara Havers lassen anfangs lange auf sich warten, was ich etwas schade fand, denn gerade auf ihre Ermittlungen hatte ich mich gefreut. Im Verlauf der Handlung wird das Buch jedoch deutlich spannender. Besonders die Einblicke in Daidre Trahairs Vergangenheit haben mir gut gefallen und sorgen für zusätzliche Tiefe. Ich hätte mir gewünscht, dass Barbaras Privatleben endlich eine neue Wendung nimmt, und auch sonst bleibt einiges offen, was auf eine weitere Fortsetzung hoffen lässt. Insgesamt fand ich das Buch bei weitem nicht so schlecht, wie manche Rezensionen vermuten lassen. Kein Highlight der Reihe, aber ein solider und gut geschriebener Krimi, den Fans der Reihe auf jeden Fall lesen sollten.
𝑾𝒆𝒏𝒏 𝑯ö𝒇𝒍𝒊𝒄𝒉𝒌𝒆𝒊𝒕 𝒛𝒖𝒓 𝑾𝒂𝒇𝒇𝒆 𝒘𝒊𝒓𝒅 𝒖𝒏𝒅 𝑴𝒐𝒓𝒂𝒍 𝒆𝒊𝒏 𝒃𝒓ü𝒄𝒉𝒊𝒈𝒆𝒔 𝑭𝒖𝒏𝒅𝒂𝒎𝒆𝒏𝒕 𝒉𝒂𝒕
Von: Martina Datum: 26. November 2025
Elisabeth George gehört zu jenen Autorinnen, die Kriminalliteratur längst aus der Schublade des reinen Unterhaltungsstoffs befreit haben. Ihre Romane sind Gesellschaftsstudien, psychologische Versuchsanordnungen – und „Wer Zwietracht sät“ ist dafür ein Paradebeispiel. Es beginnt, wie es bei George so oft beginnt: ein scheinbar klarer Mordfall, ein geordnetes Umfeld, ein Ermittlerteam, das Routine erwartet. Doch bald wird klar, dass hier weniger ein Täter gesucht wird als eine Wahrheit – und dass diese Wahrheit niemanden unversehrt lässt. ________________________________________ Ein Fall, der unter die Haut geht Scotland Yard schickt Inspector Thomas Lynley und Detective Sergeant Barbara Havers in ein englisches Dorf, das so tadellos wirkt, dass man sofort ahnt: hier stimmt etwas nicht. Hinter gepflegten Vorgärten lauern Machtspiele, Klassenunterschiede, moralische Schuld und ein religiöser Eifer, der in Kontrolle umschlägt. Die Ermittlungen führen in ein dichtes Geflecht aus Familienbindungen, Ambitionen und unausgesprochenem Hass. Jeder weiß etwas, jeder verschweigt etwas – und jeder tut das aus nachvollziehbaren, menschlichen Gründen. George interessiert sich weniger für das Verbrechen als solches, sondern für die Risse, die es sichtbar macht. Ihre Frage ist immer dieselbe: Was treibt Menschen dazu, sich selbst zu verraten, um das Bild aufrechtzuerhalten, das andere von ihnen haben? Weiter in den Kommentaren Lynley, Havers & Co. – Figuren mit Gewicht Thomas Lynley, der Adlige im Maßanzug, ist längst nicht mehr die glatte Verkörperung britischer Korrektheit. In diesem Roman wirkt er gereift, ernster, fast melancholisch. Seine Loyalität gilt nicht nur der Wahrheit, sondern auch den Menschen, die sie nicht aushalten. George zeigt ihn als Mann, der erkennt, dass Klasse und Privileg genauso Fesseln sein können wie Armut und Not. Barbara Havers dagegen bleibt das emotionale Herz des Romans. Direkt, ungeduldig, mit der unverwechselbaren Mischung aus Scharfsinn und Chaos. Ihre Wut über Ungerechtigkeit ist nie Pose, sondern Ausdruck tiefer Empathie. Sie ist die, die mit den falschen Leuten redet, weil sie spürt, dass dort die Wahrheit wohnt. Zwischen ihr und Lynley herrscht die vertraute Mischung aus Reibung und Respekt – und gerade darin liegt der Reiz dieser Serie. Auch die Nebenfiguren sind typisch George: vielschichtig, glaubwürdig, mit leisen Brüchen. Sie schafft keine Täter, sondern Menschen, die in einer Situation handeln, in der jede Entscheidung falsch ist. ________________________________________ Die Zwietracht im Titel Der deutsche Titel ist treffend gewählt. „Zwietracht“ meint hier nicht offenes Streiten, sondern das stille Gift der Selbsttäuschung. George seziert fein, wie kleine Lügen wachsen, wie gesellschaftliche Fassaden das Gewissen ersticken und wie Religion, Moral oder Erziehung zur Rechtfertigung werden. Die Autorin hat einen genauen Blick für die Zwischentöne: für den Satz, der zu freundlich ist, für das Schweigen, das zu lang dauert. In dieser Welt ist Höflichkeit keine Tugend, sondern Verteidigungsstrategie. Und je höflicher die Menschen sind, desto gefährlicher wirken sie. ________________________________________ Stil & Atmosphäre Elisabeth George schreibt mit der Präzision einer Anthropologin und der Geduld einer Romanautorin, die ihre Figuren wirklich kennt. Ihre Sprache ist ruhig, ihre Spannung wächst aus Gesprächen, Gesten, Blicken. Kein Action-Feuerwerk, sondern psychologischer Sog. Die Schauplätze – ein Pfarrhaus, eine Küche, ein Schulflur – sind durchdacht gewählt. Sie spiegeln den moralischen Zustand der Personen. Alles ist sauber, geordnet, leicht muffig – und gerade deshalb so beklemmend. Wer Krimis nur an Tempo misst, wird hier zu wenig Adrenalin finden. Wer aber Kriminalliteratur als moralisches Experiment liebt, wird in diesem Buch einen Glücksfall entdecken. ________________________________________ Stärken und kleine Schwächen Was Elisabeth George kann wie kaum eine andere: aus komplexen Figuren echte Menschen machen. Niemand ist hier nur Opfer oder Täter. Jeder hat Gründe – und oft sind es dieselben Gründe, die andere zugrunde richten. Ihre Dialoge sind meisterhaft. Das Ungesagte zwischen den Sätzen ist oft der Schlüssel. Und sie traut ihrem Publikum zu, diese Zwischentöne zu hören. Kritisch mag man anmerken, dass der Roman mit über 800 Seiten (in der deutschen Ausgabe) Geduld verlangt. Manche Nebenstränge dehnen sich, manche innere Monologe wirken didaktisch. Aber das ist kein Längenfehler, sondern der Preis für Georges Genauigkeit. Denn ihre Stärke liegt nicht im „Wer war’s?“, sondern im „Warum hat er’s getan?“ – und das erzählt man nicht im Laufschritt. ________________________________________ Ein Gesellschaftskrimi, kein Thriller Am Ende steht kein klassisches Happy End, sondern ein moralisches Gleichgewicht – fragil, ehrlich, schmerzhaft. George lässt ihre Figuren Verantwortung übernehmen, ohne sie zu richten. Und sie zeigt, dass Schuld selten dort entsteht, wo das Gesetz sie vermutet. „Wer Zwietracht sät“ ist ein Krimi, der aus den stillen Katastrophen des Alltags seine Spannung zieht: aus der Differenz zwischen dem, was wir glauben zu sein, und dem, was wir wirklich sind. Elisabeth George – Hinter der Eleganz der Sprache Die US-Amerikanerin, die ihre Geschichten seit Jahrzehnten in England ansiedelt, hat ein einzigartiges Gespür für britische Klassensysteme, für Untertöne und kulturelle Zwänge. Sie schreibt keine Krimis „über“ England, sondern durch England hindurch – als würde sie mit jedem Satz das soziale Gewebe des Landes prüfen. Dass sie ihre Figuren altern, wachsen und leiden lässt, ist ihr größter Verdienst. Und dass sie dabei nie zynisch wird, ihr zweiter. ________________________________________ Fazit Wer Zwietracht sät ist ein Krimi über Menschen, die sich selbst belügen, weil sie die Wahrheit nicht ertragen. Ein Roman, der langsamer atmet als ein Thriller – aber tiefer. Er fordert Geduld, belohnt aber mit Einsicht. Ein stilles, starkes Buch über Moral, Verantwortung und das, was zwischen den Zeilen passiert. Ein Lehrstück darüber, wie literarisch Kriminalliteratur sein kann, wenn jemand sie ernst nimmt.